Digitalfernsehen
Digitalfernsehen
Seit dem Jahre 2006 werden die Fernseh- und Radio-Signale (Bild
und Ton) in digitaler Form hergestellt und verarbeitet. Hierfür
werden verschiedene Standards eingesetzt, und zwar:
DVB-T = Digitales Antennenfernsehen (terrestrisch)
DVB-C = Digitale Videoübertragung via Kabel (Cabel)
DVB-IPI = Übertragung von Audio- und Videodiensten über
das Internet-Protokoll (IPI)
DVB-S = Digitaler Videorundfunk per Satellit
DVB-H = Digitaler Videorundfunk für Handgeräte
DMB = Digital Multimedia Broadcasting (Übertragung auf Mobilfunkgeräte)
IPTV = Übertragung von Fernsehprogramme und Filme übers
Internet
Im Gegensatz zum analogen Fernsehen lassen sich die Signale des
Digitalfernsehens durch Impulse (ein | aus) übertragen und
nicht (wie analog) in Schwingungen (mehr | weniger). Hierdurch
lassen sich die Impulse leicht in Binärzahlen umwandeln und
somit ist es möglich, dass die Sendesignale mit vielen anderen
Diensten kompatibel sind und zeitgleich mit übertragen werden
können. Hierbei kann es sich um zusätzliche Datendienste
handeln, wie beispielsweise Teletextangebote, Sendererkennungen,
digitale Programmzeitschriften oder auch Informationen zur Darstellung
des Fernsehbildes.
Beim Digitalfernsehen werden die Signale nicht nur in eine Richtung
gesendet; heute werden bei jedem Kabelanschluss auch so genannte
Rückkanäle installiert, damit eine Interaktivität
mit dem Endverbraucher stattfinden kann, das heißt, der Kunde
kann mit dem Dienstanbieter in Verbindung treten und weitere Service-Dienste
(beispielsweise im Rahmen von Tripple-Play oder Quad-Play Angebote)
- Fernsehen, Internet, Telefon, Video on Demand - in Anspruch nehmen.
Während für analoge Übertragungsformen sehr viele
Sendefrequenzen bereitgestellt werden mussten, reichen für
die digitalen Übertragungen relativ wenige Frequenzen aus.
So sind durch die Umstellung der Rundfunksender von analog auf
digital mehr als 80 Prozent der zuvor belegten Sendefrequenzen
frei geworden, die im Jahr 2008 weitgehend an die Mobilfunknetzbetreiber
versteigert worden sind; man spricht hier von der so genannten "Digitalen
Dividende". Diese Frequenzen sollen dazu benutzt werden, vor
allem ländliche Regionen ans Breitband-Internet anzuschließen.
Hierbei wird der UMTS-Nachfolgestandard "LTE" genutzt.
Radio- und Fernseh-Signale digital zu übertragen wurde 1993
auf den Weg gebracht. Seinerzeit einigten sich 12 europäische
Länder darauf, möglichst schnell einen Standard für
die Übertragung digitaler Fernsehsignale über Kabel bzw.
Satellit zu definieren; man einigte sich auf DVB. DVB wurde in
Europa 1995 eingeführt, in Deutschland erstmals Ende Juli
1996 über den damals neu geschaffenen Pay-TV-Veranstalter "DF1" (Digitales
Fernsehen 1). DF1 war seinerzeit mangels Nachfrage zur Erfolglosigkeit
verdammt; die Sendertechnologie wurde später mit dem Bezahlsender
Premiere (heute Sky) zusammengelegt.
Digitalfernsehen übers Internet wird in Deutschland vor allem
durch die Deutsche Telekom forciert. Hierzu hat die Telekom (seit
2005) Ballungsgebiete und Großstädte, später in
Zusammenarbeit mit anderen Netzbetreibern wie Vodafone oder EWEtel
auch kleinere Städte mit Glasfasernetzen (VDSL) ausgestattet.
VDSL erlaubt Internet-Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s. Aber
auch die Kabelnetzbetreiber Kabel-Deutschland, Kabel-BW, und Unitymedia
sind auf den Zug dieser Datendienste aufgesprungen; die Leitungen
der Kabelnetzbetreiber können mit relativ wenigem Aufwand
auf Geschwindigkeiten von bis zu 200 MBit/s aufgerüstet werden.
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