Digitalradio
Seit dem es Radio gibt, können die Radiosignale analog empfangen
werden, doch damit wird es im Laufe des Jahres 2012 Schluss sein,
denn dann werden alle analogen Sendefrequenzen abgeschaltet und
gegen Digital Radio ersetzt. Das digitale Übertragungsverfahren
der Radiosender hat gegenüber Analog mehrere Vorteile. Digitalradio
kann deutlich mehr Programme übertragen, es erlaubt einen
störungsfreien Empfang sowie eine verbesserte Wiedergabequalität.
Digitalradio ist in Deutschland zumeist unter den Bezeichnungen
"DAB" oder auch "Digital Radio" (also in
zwei Wörtern) zu finden. "DAB" steht für
"Digital Audio Broadcasting" und ist (zusammen mit
einem Logo) als technischer Standard eingetragen. Europaweit
wurden so genannte DAB-Senderketten aufgebaut, die im TV-Band
3 und im L-Band angesiedelt sind. In Deutschland können
etwa 70 verschiedene DAB-Programme empfangen werden.
DAB hat allerdings einen starken Konkurrenten, nämlich
DVB-T, das digitale Antennenfernsehen, das quasi Huckepack bis
zu 50 Radioprogrammen auf einen Fernsehkanal mit übermitteln
kann. Gab es in Berlin ursprünglich die größte
Auswahl von DAB Sendern, ist davon nur noch wenig übrig
geblieben, im Berliner Umland senden sogar nur noch der Deutschlandfunk
sowie D-Radio Kultur über DAB; in einigen Regionen Bayerns
sind noch mehr als 10 DAB Sender zu finden.
Dennoch: Mit rund 80 Prozent Abdeckung ist DAB europaweit der
am weitesten fortgeschrittene Standard für terrestrisches
Hörfunkverfahren auf der Basis von Digitalfunktechnologie.
Aus diesem Grund gilt DAB in Europa auch als Standard. DAB gilt
allerdings nicht als eine Technologie mit dauerhafter Zukunft,
dazu bietet DAB zu viele Nachteile, beispielsweise der so genannte
MPEG 1 Layer2, der für eine gute Qualität sehr hohe
Bitraten benötigt.
Digitalradio über Langstrecken, also über Kontinente
wird über "DRM" (Digital Radio Mondiale) realisiert,
man sagt dazu auch "weltweiter Digitalrundfunk", das
neben dem digitalen Hörfunk, andere Datendienste und auch
Amateurfunk umfasst. DRM ist allerdings störanfällig,
da die Signale bei Interferenzen komplett aussetzen können.
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