Satellitenfernsehen
Beim Satellitenfernsehen werden die Programmsignale zunächst
an den Satelliten ins Weltall gesendet. Dieser antwortet anschließend
mit der Rücksendung der Signale an die Erde. Dabei können
alle Haushalte, die ihre Antennen in Richtung des Satelliten gerichtet
haben und über einen kompatiblen Receiver verfügen alle
Fernseh- bzw. Radiokanäle empfangen, die mit den Signalen zusammen
gesendet wurden. Um für diesen Vorgang einen weltweiten Standard
zu definieren, wurde im Jahre 1977 im Rahmen der World Administrative
Radio Conference (WARC) in Genf erstmals ein einheitlicher Rundfunksatellitenplan
verabschiedet. Der Inhalt dieses Plans regelte unter anderem die
Zuordnung der Kanäle in den jeweiligen Ländern und den
Standort des Satelliten im All. Für die geostationäre Position
des Satelliten beschloss man eine Höhe von 36.000 km, wobei
der Abstand 4.000 km, also 6° zum Äquator haben sollte.
Jedes Land durfte für eine Laufzeit von 15 Jahren fünf
Radio- und Fernsehkanäle aussuchen, die anschließend
auf einem Satelliten positioniert wurden. In jeder Position teilten
sich damals acht Länder mit dementsprechend 40 Kanälen
einen Satelliten. In ein Bündnis kamen immer die zueinander
naheliegenden Länder wie z.B. die Niederlanden, Frankreich,
Schweiz, Österreich und Deutschland sowie Italien, Luxemburg
und Belgien. Unter diesen Ländern waren es dann auch Deutschland
und Frankreich, die 1979 die Gesellschaft Eurosatellite gründeten
und den Bau der Direktsatelliten TDF-1 für Frankreich und
TV-Sat1 für Deutschland beschlossen. Aufgrund von Streitigkeiten
mit meist politischem Hintergrund wurde das Projekt soweit verzögert,
dass die Satellitenübertragung erst im Jahre 1989 mit einer
erneut überholten Technik unter dem Namen TV-Sat 2 startete.
Im Jahre 1994 wurde eine innovative Technik für den Satellitenempfang
auf den Markt gebracht. Das DVB-S (Digital Video Broadcasting-Satellite)
wurde von den Ländern und Verbrauchern schnell akzeptiert
und verdrängte das alte System immer mehr. Etwa 15 Jahre später
beschloss man in Deutschland die analoge Übertragung komplett
abzuschalten. Da sich dieser Vorgang als deutlich komplizierter
entwickelte als erwartet, hat sich die komplette Abschaltung jedoch
um mehrere Jahre auf 2012 verzögert. Dementsprechend wird
den Haushalten empfohlen, sich rechtzeitig auf die digitale Technik
umzurüsten, da ab dem Zeitpunkt der Abschaltung die analogen
Empfangsgeräte weder Bild noch Ton auf den Fernseher generieren
werden. Die staatlichen Fernsehkanäle in Deutschland haben
sich bereits 2005 auf das digitale Zeitalter eingestellt. Seither
sind die Angebote der ARD auf dem Astra 19,2° Ost in deutlich besserer Qualität
wahrnehmbar.
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